Es ist ein Jahr, in dem wir mehr denn je in die Stille gehen und uns der Kostbarkeit unseres Lebens und unserer Gesundheit bewusst werden dürfen. Nein, unser Leben ist nicht unendlich. Und zum Glück weiß keiner von uns, wie lange wir noch leben. Dieser Zustand ist ein großer Segen, denn wenn wir unserer Endlichkeit ins Auge blicken und erkennen, dass wir nur einen winzigen Wimpernschlag der Erdgeschichte Zeit haben, um einen Beitrag in dieser Welt zu leisten, erlangen wir die Kraft, jetzt hier sofort zu entscheiden, jede Minute unseres Lebens für Freude und tiefe Beziehungen einzusetzen. Noch ein Jahr länger im anstrengenden Job verharren? Noch ein Jahr länger einen Konflikt vor sich herschieben? Noch ein Jahr länger Körpersignale ignorieren? Wer weiß, wie lange wir noch haben?!


Vor einigen Wochen sah ich eine Dokumentation über Claire Wineland, die seit ihrer Geburt an Mukoviszidose litt. Ein Mädchen, das damit aufwächst, maximal 18 Jahre alt zu werden. Und trotz der unheilbaren Krankheit sprüht sie vor Lebensfreude und Tatendrang. Nach ihrem schlimmsten Rückschlag fasste sie den Entschluss, ihr (kurzes) Leben zu nutzen, um Menschen zu zeigen, dass sie weder auf ihre Gesundheit noch auf irgendein erhofftes Ereignis warten sollten, um sich ihrer Freude und Erfüllung zu widmen. Sie redete oft und gern über den Tod, dem sie mehrfach näher war als dem Leben. Sie hatte keine Angst vor dem Tod und sie trauerte auch nicht darum, früh sterben zu müssen. Stattdessen wurde sie zur Inspiration für Millionen Menschen auf der ganzen Welt, auch wenn sie schließlich mit 21 Jahren während einer Lungentransplantation starb. Auch wenn ihr Tod traurig ist, so hatte diese junge Frau doch ein wundervolles Leben! Sie war jeden Tag voller Freude und beschenkte die Menschen um sie herum. Was kann man mehr vom Leben erwarten?!

Als ich damals meine Essstörung hinter mir ließ, wurde mir ein zweites Leben geschenkt. Es schenkte mir das Bewusstsein, dass dieses Leben nicht selbstverständlich ist und dass ich nicht unendlich viel Zeit hier habe.
Ich kann dieses Prinzip positiv nutzen, indem ich nicht in meinem Leid stecken bleibe, sondern zum bewussten und achtsamen Gestalter meines Lebens werde.
Für mich bedeutet dies, jeden Tag im Hier und Jetzt wahrzunehmen, was ist, statt Plänen zu folgen; voll präsent und dankbar für jede Sekunde zu sein, die ich erleben darf, und all meine Fähigkeiten und meine Freude zu verschenken, damit sie anderen dienen können.
In dieser achtsamen Wahrnehmung fühlt es sich an, als würde die Zeit für einen Moment still stehen. Dann sitze ich da, beobachte meine Kinder beim Spielen, sehe freudige Gesichter beim Spieleabend oder lausche dem Klang des Windes und fühle tiefe Erfüllung, all das erleben und teilhaben zu dürfen.
Als mein Mann und ich unser 3. Kind verloren, durfte ich erneut lernen, dass der Tod immer zum Leben dazugehört und dass unglaubliche Liebe und Frieden in diesem Moment des Abschieds liegen. Und wenn ich den Tod nicht mehr fürchte, öffnet es den Raum für neue Möglichkeiten in Anbetracht eines in jedem Falle eintretenden Ereignisses, dessen Zeitpunkt im Verborgenen liegt. 

Vor fünf Jahren arbeitete ich noch hauptberuflich als Qualitätsmanagerin, gelangweilt und perspektivlos. Wenn ich mir damals bewusst machte, dass ich nicht ewig lebe, wurde ich traurig, denn den Großteil meines Tages verbrachte ich mit sinnlosen Tätigkeiten. Es brauchte mehrere Schicksalsschläge und eine Fehlgeburt, um mich wachzurütteln, dass ich meine Erfüllung und den wertvollen Beitrag für andere Menschen nicht auf übermorgen verschieben kann.
Und so ist es für mich alternativlos, mein Leben jeden Tag dem Wohle anderer Menschen, meiner Familie und mir selbst zu widmen.
Gestern sahen wir mit unseren Kindern den neuen Disney-Film Soul, der wundervoll illustriert: es geht im Leben nicht um Geld, Erfolg oder Berufung. Es geht darum, ins Erleben und Bestaunen des Hier und Jetzt zu gehen und im interessierten und ehrlichen Austausch mit anderen Menschen zu sein! Und diese Magie ist möglich, auch wenn ich sterbenskrank oder obdachlos bin. Es ist eine bewusste Wahl. Es ist ein Moment, in dem ich realisiere, dass ich nur ein winziger Wassertropfen im Ozean bin und doch aus dem ruhigen Meer eine Welle entstehen lassen kann. Und so ist Glück kein Zufall, sondern der bewusste Blick auf das Schöne, das Magische und das Unvorstellbare im Leben.
Wann immer ich dieses Leben verlasse, ich würde in dem Gefühl gehen, jede Sekunde mit Freude genossen und andere Menschen inspiriert zu haben. Und das größte Geschenk, das mir meine Angehörigen erweisen könnten, wäre es, sich darüber zu freuen, dass ich meine Lebenszeit so erfüllend erleben durfte.

In dem Vertrauen, dass das Leben immer für mich sorgt, und dem Wissen, dass der Tod mein treuer Begleiter ist, begebe ich mich bedingungslos in den Dienst des gemeinsamen Wachstums, ohne zu wissen, was mich als nächstes erwartet.

Ich wünsche dir die Achtsamkeit, in jedem Moment ein Wunder zu erkennen, und den Mut, mit deinem ganzen Sein tiefe Beziehungen zu leben und dem gemeinsamen Wachstum zu dienen.
Schreibe mir gerne, wenn du einen Impuls oder Fragen hast.

Alles Liebe und einen guten Start ins neue Jahr!
Leonie

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